Azmannsdorf

... ein Ort der Lebensfreude

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Kirche

 

 

Kirchliche Verwaltung

Bonifazius (Winfried) geboren 672, gestorben 05.06.754, eine angelsächsiger Mönch, wurde 719 von Papst Gregor II. zum Germanenmissionar ernannt und 732 von Papst Gregor II. zum Erzbischof bestellt. Er predigte mit großem Erfolg in Hessen und Thüringen und gründetet 742 des Bistum Erfurt zuständig auch für Azmannsdorf.

1267 am 13.07.1267 stellen die Kämmerer aus Mellingen, die Gebrüder Behringer und Ludwig einen „Kaufbrief für das Kloster der weißen Frauen Ursuliner – in Erfurt über 8 Hofe, eigen Land und einen Hof in Azmannsdorf für 153 M Silber“ aus. 1910 schrieb Pfarrer Födsch „Der Überlieferung nach, ist dieser Hof das jetzige geteilte und kunstgeschichtliche interessante Haus 53/54 (Hebstreit-Bachspieß) gewesen. Dort soll eine Nonne gewohnt haben.

1299 hatte die Michaeliskirche in Erfurt umfangreiche Stiftungen und Besitzungen in den umliegenden Dörfern und hatte auch Besitzungen und Zinserlös in Azmannsdorf (Festschrift der Michaeliskirche)

Im 13. Jahrhundert wurden im Büßlebener „Spittel“ Kranke gepflegt. Die Seuchenkranken durften die Stadt Erfurt nicht betreten, hatten aber das Recht, in den umliegenden Dörfern um milde Gaben zu bitten. „In 17 Broddörfern konnten sie von Haus zu Haus gehen und Brod und in der Büchse Geld sammeln. Sonntags durften sie in den preußischen und donnerstags in den weimarschen Dörfern sammeln.

Weitere Nachrichten liegen aus der vorreformatorischen Zeit liegen hier nicht vor. Es konnte auch nicht festgestellt werden, wann genau die Reformation hier durchgeführt wurde. Die ältesten Kirchenbücher beginnen 1665. Dort werden die Namen der Pfarrer von der Reformation an aufgelistet.

In den Visitationsberichten von 1720 bis 1755 werden die Aktivitäten der Pfarrer und Lehrer  (Kantor) bewertet. Bis zum Jahre 1743 verwalteten die Pfarrer die Gemeinde Hochstedt mit. Diese Gemeinde ist dann nach Vieselbach ausgeliefert worden.

1815 wird die Kirchengemeinde dem Herzogtum Sachsen-Weimar zugeteilt. Die Gemeinden unterstehen der Superintendentur Udestedt, zuletzt Vieselbach. Die Oberaufsicht lag im Konsistorium in Weimar.

1920 bildeten sieben verschiedene Fürsten- und Herzogtümer die Landkirche Thüringen mit dem Bischofssitz in Eisenach. Nach der Auflösung der Superintendentur Vieselbach wurde das Pfarramt Azmannsdorf mit den Kirchgemeinden Mönchenholzhausen, Sohnstedt, Obernissa und Linderbach 1996 der Superintendentur Weimar zugeordnet. Im Rahmen der Strukturveränderung der Thüringer Landeskirche  wurde das Pfarramt Azmannsdorf am 01.07.1999 aufgelöst und nachdem der letzte Pfarrer von Azmannsdorf in den Ruhestand getreten ist, am 01.03.2000, zum Pfarramt Vieselbach zugeordnet. Die Kirchengemeinde Azmannsdorf gehört nach dem heutigen Stand zum Pfarramt Vieselbach, in der Superintendentur Weimar, im Verwaltungsbereich des Kreiskirchamtes in Gotha, der Evangelisch – Lutherischen Landeskirche in Thüringen, mit sitz in Eisenach.


Die alte Kirche

1769 als der vorgenannte Christoph Fälkner, Pfarrer und Nicolaus Ruhe Schullehrer hier waren, wurde in den Jahren 1769 und 1771 die jetzige Kirche mit ihrem Turm neu gebaut. Die alte mit dem Gottesacker befand sich sonst da, wo jetzt Johann Fabian Weidens Gras und Obstgarten ist. Die Kirche war höchst baufällig, der Gottesacker nass und sumpfig, so dass die Särge in den Gräbern schwammen und bei nassen Jahren nur mit größter Mühe Gräber eingeschlagen werden konnten.


Am 09. Februar 1769 wurde die alte Kirche des Ortes abgerissen. Was mit den Baumaterial und dem Abrissgut der baufälligen alten Kirche gemacht wurde, ist aus den Aufzeichnungen nicht zu ersehen. Ebenso ist nicht eindeutig zu erkennen, wie der Grundbesitz von Kirche und Friedhof veräußert wurde. Es ist auch nicht mehr überliefert, wann die alte Kirche gebaut wurde und wie sie aussah. Die älteste Nachricht über diese Kirche stammt aus dem 30 jährigen Krieg.


1642 hatten sich Gemeindemitglieder und Erfurter Bürger in die Kirche geflüchtet. Doch plündernde und raubende Soldaten hatten keine Achtung vor dem Gotteshaus. Die Hilfesuchenden wurden ausgeraubt, selbst die Knöpfe wurden von der Kleidung geschnitten, so berichtete die Chronik.

Gut erhaltene Teile der alten Kirche wurden in die neue Kirche übernommen. Es sind noch die alten Balken mit Zapflöchern vorhanden.

  • die Eingangstür mit Schnitzwerken aus dem Jahre MDCXXXV (1635)

  • das Bild mit der Fußwaschung von Jesu über der Eingangstür

  • das Vortragekreuz mit der Jahreszahl 1660, (nach einer Überlieferung, wurde das Vortragekreuz

  • zuletzt bei einer Beerdigung eines Selbstmörders getragen. Danach wurde ein neues angeschafft)

  • die Patronatsloge mit barokken Schnitzereien links und rechts vom Altar,

  • die Treppengeländer mit den alten Verzierungen,

  • die Verkleidung des Blasebalges, mit barokken Schnitzwerk und Heiligenfiguren,

  • die Bodenbretter zum Kanzelaufgang sind gebrachte Bänke aus der alten Kirche,

  • der Kanzelkorb im Turmzimmer hinter dem Altar mit Verzierungen und Bildern,

  • das Parament von 1734 (Altardecke)- die Altarbibel (gestiftet 28.01.1675)

  • der Taufstein von 1580 (Dieser alte Taufstein wurde 1887 aus der Kirche entfernt, nachdem Familie
    Sitz einen neuen Taufstein gestiftet hat. Viele Jahre stand der Taufstein im Hof der Familie Sitz und
    wurde als Sitzgelegenheit genutzt. Pfarrer Krech erkannte den alten Taufstein und lies ihn mit einen
    neuen Fuß versehen und in der Kirche in Linderbach 1978 aufstellen.)

  • beim Treppenaufgang zur Orgel wurde ein wahrscheinlich aus der alten Kirche stammendes Gemälde
    gefunden, das von Malermeister Peters aus Vieselbach wieder hergestellt wurde und einen neue
    Bereicherung des Kirchenschmuckes bedeutet. Es stellt die Hochzeit zu Kanaan dar. Das Bild dient
    heute als Altarschmuck im Gemeinderaum.
    in der Kirche wurden unter der Tünche 6 alte Gemälde gefunden und teilweise freigelegt. Die Gemälde
    stammen wohl aus der alten Kirche.

Quellenangabe: Inhalte aus der Chronik von Azmannsdorf zur "1125 Jahr Feier"
 

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